Verbrennungen von Wajdi Mouawad

aus dem Frankokanadischen von Uli Menke

Regie: Esther Undisz, Ausstattung: Irina Steiner, Dramaturgie: Uta Böhme-Girod, Musik: Thabet Azzawi, Abed Sarraf; Es spielen: Cordula Hanns, Sophie Lüpfert, Julia Vincze, Michael Berndt-Cananá, Michael Heuser, Holger Thews; Thabet Azzawi (Oud), Abed Sarraf (Gitarre); Premiere am 4.3.2016 Landesbühnen Sachsen, Radebeul

  • Michael Berndt-Cananá, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Julia Vincze, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Holger-Uwe Thews, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Michael Berndt-Cananá, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Sophie Lüpfert, Michael Heuser, Abed Sarraf, Thabet Azzawi; Foto: Hagen König
  • Julia Vincze, Sophie Lüpfert; Foto: Hagen König
  • Cordula Hanns, Michael Heuser; Foto: Hagen König
  • Cordula Hanns, Michael Berndt-Cananá; Foto: Hagen König
  • Julia Vincze, Sophie Lüpfert; Foto: Hagen König
  • Holger-Uwe Thews, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Holger-Uwe Thews; Foto: Hagen König
  • Michael Berndt-Cananá, Cordula Hanns, Holger-Uwe Thews; Foto: Hagen König
  • Michael Berndt-Cananá, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Michael Berndt-Cananá, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Sophie Lüpfert, Cordula Hanns; Foto: Hagen König
  • Ensemble; Foto Hagen König
  • Julia Vincze, Sophie Lüpfert; Foto: Hagen König
  • Cordula Hanns, Michael Heuser, Michael Berndt-Cananá; Foto: Hagen König
  • Cordula Hanns, Michael Berndt-Cananá, Michael Heuser; Foto: Hagen König

Bei der Testamentseröffnung ihrer Mutter, Nawal Marwan, erfahren die Zwillinge Jeanne und Simon, dass ihr Vater noch lebt und sie noch einen Bruder haben. Beides stürzt sicher geglaubte Wahrheiten im Leben der jungen Erwachsenen. Zusammen mit Jeanne und Simon geht der Zuschauer auf Spurensuche im unbekannten Leben der verstorbenen Mutter. Wie in einem Krimi setzt sich langsam ein Bild zusammen, dass die Kinder in dem fernen Herkunftsland ihrer Mutter mit seiner fremden Kultur und Geschichte finden. Parallel dazu erzählen Rückblenden vom großen Aufbruch im Leben von Nawal. Mit 15 bekommt sie ein Kind, das ihr weggenommen wird. Sie wagt den Ausbruch, verläßt ihr Dorf, lernt Schreiben und versucht schließlich, mit einer eigenen Zeitung Aufklärung im beginnenden Bürgerkrieg zu betreiben. Doch der Krieg holt sie und ihre Freundin ein, schließlich greifen sie zu den Waffen. Nawal wird von den Milizen in einem Foltergefängnis gefangen gehalten. Erst am Ende des Krieges kommt sie frei und geht mit den Zwillingen außer Landes. Am Ende entdecken die Kinder eine Wahrheit, die ihnen ihre Mutter nicht erzählen konnte, vor der sie verstummt war.

Verbrennungen“ erzählt eine große Liebesgeschichte und stellt die Frage, wie der Faden der Gewalt und der Rache endlich zerrissen werden kann.

Presseschau

Toralf Grau schrieb am 9.3.2016 im Meißner Tageblatt: (…) 2011 war das Stück Vorlage für den international erfolgreichen Film „Die Frau, die singt“. Dass es zuletzt wieder seltener im Theater zu sehen war, überrascht. „Verbrennungen“ schildert eine Gesellschaft, die in Gewalt versinkt, so wie es derzeit in etlichen Ländern geschieht, aus denen Flüchtlinge nach Europa kommen. … In der Radebeuler Inszenierung von Esther Undisz kommen die Kino-Qualitäten der Geschichte zur Geltung. In bester Film-Manier zieht einen die Geschichte der Araberin Nawal in den Bann. … Häufige Rückblenden und Rollenwechsel prägen die Inszenierung. Präsent sind vor allem die starken – und stark gespielten – Frauen. … Eine Linie zeiht sich von der Gewalt in der Familie zur Gewalt in der Gesellschaft. In dem Land ohne Namen kämpfen Mütter gegen Töchter und Einwanderer gegen Eingesessene. Den Grund all der Konflikte hat man schon längst vergessen. Die Brutalität nährt sich aus sich selbst. Auch Nawal gelingt es nicht, als „Unschuldige“ durch dieses Leben zu gehen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Swada (Sophie Lüpfert) wird sie zu einer Parteigängerin im Bürgerkrieg. … Die entscheidenden Wendungen der emotional so packenden Geschichte seien hier nicht verraten. Nur dieses: Mit ihren überaus präzisen und wandlungsfähigen Schauspielern (keinesfalls zu vergessen auch Holger Uwe Thews und Michael Heuser), einem schlichten, andeutenden Bühnenbild (Ausstattung Irina Steiner) und der musikalischen Begleitung von Abed Sarraf an der Gitarre und Thabet Azzawi an der Oud ist die Radebeuler Inszenierung sehr gelungen.

Andreas Herrmann zieht im SAX April 2016 das Resümee: … Der Rest ist prickelndes Schauspiel. Somit gelingt den Landesbühnen die bislang passendste Bühnenparaphrase an den Theatern des Elbtals, welche ähnlich dramatische Erzählungen und Schicksale zum Thema Flucht vorbereiten.

 

Dresdner Neueste Nachrichten vom 6.3.2016

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Sächsische Zeitung vom 8.3.2016

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