Klar bin ich eine Ost-Frau! von Martina Rellin (Uraufführung)

NEUE BÜHNE Senftenberg, Premiere am 28.11.2009

Regie Esther Undisz, Ausstattung Maria Frenzel, Musik Sebastian Undisz, Dramaturgie Gisela Kahl
Britta – Inga Wolff, Karin – Eva Kammigan, Heidi – Sybille Böversen, Conny – Maria Prüstel, Kiki – Juschka Spitzer

Zum Vergrößern bzw. Verkleinern bitte auf das Bild klicken.

KRITIKEN / AUSZÜGE

Im Theater Senftenberg hatte am Samstagabend das Stück „Klar bin ich eine Ost-Frau!“ Premiere. Darin treten auf die Historikerin Britta, 40 Jahre alt, die Pflegemutter Karin, 43, die Gastwirtin Heidi, 55, die Öko-Bäuerin Conny, 34, und die Verwaltungsangestellte Kiki, 45. Britta etwa sagt: „Es ist schon so: Wenn jemand sagt: „Ach was, du bist aus dem Osten?“, dann reagiere ich durchaus ein bisschen mit verletztem Stolz. Ich will das gar nicht mehr sehen, ob jemand aus dem Osten oder aus dem Westen kommt. Ich finde, jeder Mensch hat seine individuelle Prägung.“
Die fünf Frauen werden von Schauspielerinnen dargestellt.

Das Buch wird zum Stück. …eine bemerkenswerte Ost-Besonderheit. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.11.09

Die NEUE BÜHNE Senftenberg ist bei ihrer steten Suche nach Besonderheiten und Herausforderungen auf das Buch „Klar bin ich eine Ost-Frau!“ von Martina Rellin gestoßen. Esther Undisz hat den geschilderten Frauen-Lebensläufen szenisches Leben eingehaucht.

In der Textfassung von Gisela Kahl und Esther Undisz sind nun fünf der insgesamt 14 Frauen des Buches in den Blickpunkt gerückt, und das Publikum erfährt in der bewusst konfrontierenden Erzählweise von ihren aktiv gelebten, bewegten, Mut machenden Erfahrungen.
Das sind wahrhaft keine Rufe aus dem Jammertal, kein Lamentieren über die Schuld anderer oder die erdrückenden Verhältnisse der Gegenwart. Diese so verschiedenen Frauen haben sich in „Ost-Zeiten“ wie in „West-Zeiten“ zu helfen gewusst.

Ihre eigenwillige Art, ihr Selbstbewusstsein – herausgefordert, in Frage gestellt, neu entfacht, durchgekämpft – bringt sie den Zuschauern nahe. Das spürt man auch an den Reaktionen des Publikums.

Verdichtete Lebensentwürfe monologisierend in Szene zu setzen, ist bekanntermaßen ein schwieriges Unterfangen. Dass es dennoch möglich ist, lässt sich beispielsweise spüren in der Darstellung von Inga Wolff als Britta, der Historikerin. Inga Wolff spielt diese Frau subtil, mit sprachlichen, darstellerischen Nuancen, und da geht kein Wort verloren, lässt sich viel zwischen den Zeilen erahnen. Wie sie im kontrastreichen Bühnenbild von Maria Frenzel zwischen zwei Säulen aus Pappkartons eingezwängt wirkt, ist beredeter als manch Gesagtes. Lausitzer Rundschau, 1.12.09

Die NEUE BÜHNE Senftenberg übernimmt in der Inszenierung von Esther Undisz sowohl den von Martina Rellin gewählten Titel wie auch die Unterzeile „Frauen erzählen aus dem richtigen Leben“. Einige von ihnen – nicht alle geben ihren wahren Namen preis – sind auch zur Premiere nach Senftenberg gekommen. Und ebenso Martina Rellin.

Da ist Maria Prüstel, man spürt geradezu leiblich, wieviel Freude sie am eigenen Durchsetzungsvermögen hat, sich beharrlich wehrt gegen Dummheit und Starrsinn. Die allzeit souveräne Sybille Böversen tritt hier als selbstbewusste Gastwirtin Heidi in Erscheinung, und Eva Kammigan schafft, die vielfache Mutter Karin glaubhaft zu machen. Dresdner Neueste Nachrichten, 1.12.09

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *